Cebbra Händlerkatalog 2019

Interview

A.S.O.

Fishing International

A.S.O. ngelservice Oberbayern INTERVIEW SO SCHLEPPT DER PROF I

rund! Dann kommen Ködergrößen zwischen 25 und 40 cm zum Einsatz. Im Frühling, wenn das Wasser noch kühl ist, muss man mit der Ködergröße etwas experimentieren. Generell gilt für mich: Ab einer Wassertemperatur von 10 Grad aufwärts wird das Schleppen richtig interessant! Je größer Dein Köder, desto höher die Wahrscheinlichkeit auf einen großen Fisch!“ Cebbra : „Bei der Vielzahl Deiner speziellen Systeme könnte man leicht den Überblick verlieren. Welches System setzt Du wann ein?“ Herbert : „Eigentlich ist es ganz einfach: Je kleiner die Schaufel und je leichter das System, desto flacher läuft der Köder daran. Die mittleren Gewichte und Schaufeln sind für mittlere Tiefen und die Modelle mit großen Schaufeln und hohen Gewichten sind für große Tiefen. Allgemein gilt: Je schwerer ein System, desto ruhiger läuft der Köder daran. Dass sollte man besonders für kühles Wasser beachten. Die leichten Modelle sind gerade im Sommer sehr erfolgreich. An ihnen laufen die meisten Köder sehr aktiv.“

E IN INTERV I EW MI T HERBERT Z I ERE I S VOM A. S .O.

Herbert : „Als Hauptschnur verwende ich eine Geflochtene in der Stärke zwischen 0,30 und 0,35 mm. Hört sich im ersten Moment dick an, aber wenn man sich mal überlegt, welche Kräfte beim Schleppen wirken ist das relativ. Selbst kleinere Fische bauen zusammen mit den Ködern, Planern und der Fahrtgeschwindigkeit schon richtig viel Druck auf. Wichtig ist, dass sich die Geflochtene gut knoten lässt. Mit dem Schlagschnur-Knoten binde ich ca. 15 m Fluorocarbon an die Hauptschnur. Hier hat sich ein Durchmesser von 0,40 bis 0,45 mm bewährt. Auch sollte der Planer an dieser Schlagschnur befe- stigt werden und nicht auf der Geflochtenen.“ Herbert: „Mein Vorfach muss hechtsicher sein! Es kommt für mich nur Flexonit oder Fluorocarbon ab einer Stärke von 0,75 mm aufwärts in Frage. Die Länge liegt zwischen 30 und 50 cm“ Cebbra : „Du hast drei verschiedene Sideplaner im Programm. Wann setzt Du welche Größe ein?“ Herbert: „Die Größe 1 wird dann verwendet, wenn es auf eine hohe Tragkraft des Planers an- kommt oder wenn man in großem Abstand zwischen Köder und Planer fischt. Hervorragend geeignet für Planer mit geringem Gegenzug. Die Größe 2 ist für uns der Allrounder. Kleine bis große Köder lassen sich hervorragend einsetzen und auch der Abstand zum Boot und zwischen Planer und Köder ist sehr vielseitig einstellbar. Die Größe 3 ist der Planer, der am weitesten vom Boot ausschert. Gemacht für Spezialisten, die Köder bis 30 cm zwischen 5 und 15 m hinter dem Planer fischen. Er ist besonders für kleine Köder mit geringem Gegenzug geeignet. Cebbra : „Verwendest Du ein spezielles Vorfach?“

Cebbra : „In welcher Entfernung lässt Du die Planer seitlich vom Boot laufen?“

Cebbra : „Hallo Herbert! Du genießt zu Recht einen hervorragenden Ruf als Angler in Deutschland! Toll, dass Du uns ein paar Tipps zum Thema Schlepp- angeln gibst! Legen wir gleich los: Du hast zwei verschiedene Schleppruten in Deinem Programm. Wann setzt Du welches Modell ein?“ Herbert : „Erfordern es die Umstände, mit großem Abstand seitlich hinter dem Boot, oder weit hinter dem Sideplaner zu fischen, benutze ich die Schlepp- angel II. Mit einer Länge von 3,05 m habe ich eine gute Kontrolle wenn sich viel Schnur im Wasser befindet. Die Schleppangel I hat durch Ihre Länge von 2,70 m ein gutes Handling und erleichtert besonders die Endphase des Drills. Wird mit vier Ruten von einem Boot gefischt, wähle ich die langen Ruten für die äußeren Köder und an den kurzen Ruten laufen die inneren Köder. Cebbra : „Welche Anforderungen stellst Du an eine gute Schlepprolle und welches Modell fischt Du selber?“ Herbert : „Ganz wichtig: Beim Schleppen geht es richtig zur Sache! Hier ist Spielzeug fehl am Platz! Große Freilaufrollen haben die nötige Power. Durch den Freilauf kann ich meine Montage schnell und kontrolliert ausbringen. So spare ich mir viel Zeit und meine Köder sind länger im Wasser! Das bringt aufs Jahr gesehen etliche Fische mehr an Bord, besonders weil die Beissphasen meistens recht konzentriert ausfallen! Eine hohe Übersetzung und ein starkes Getriebe sind Pflicht um die teils sehr schweren Montagen schnell einholen zu können und die Drills so kurz wie möglich zu halten. Ich fische eine Shimano Baitrunner 8000“

Herbert : „Schleppe ich von einem Boot mit vier Ruten, laufen die äußeren Planer ungefähr 40 m abseits vom Boot und die inneren Planer ca. 20 m.“

Cebbra : „In welchem Abstand sollte der Köder vom Planer entfernt sein?“

Herbert : „Das sollte je nach Köder individuell eingestellt werden. Entfernungen zwischen 3 und 25 m sind möglich. Als Standard-Länge hat sich ein Abstand um die 15 m bewährt.“

Cebbra : „Wie gehst Du an einem Dir unbekannten Gewässer genau vor?“

Herbert : „Ganz wichtig: Du musst Vertrauen in deine Montage und deinen Köder haben! Das ist schon die halbe Miete. Ein Echolot ist ein guter Begleiter, aber es geht auch ohne! Wenn die Verwendung untersagt ist, orientiere ich mich besonders an Wasservögeln. Überall wo man fischfressende Vögel sieht (Kormorane, Haubentau- cher, Gänsesäger etc.), befindet sich in aller Regel Fisch! Da muss man hin… Beim Schleppen erkunde ich unterschiedliche Tiefenbereiche und lasse meine Köder in unterschiedlichen Tiefen laufen. Dabei setze ich parallel Kunst- und Naturköder ein! Wenn ich beispielsweise in einer gewissen Tiefe auf einen Kunstköder fange, rüste ich die andere Rute um und setze beide gleich ein! So erkennt man schnell welche Köder wann und wo fangen. Und dann brauchst du natürlich einfach Zeit und Ausdauer, besonders wenn man nur Rudern darf! (lacht)“ Cebbra : „Vielen Dank, Herbert, dass Du Dir die Zeit genommen hast und uns einen Einblick in das moderne Schleppangeln gegeben hast! Wir wün- schen Dir alles Gute für den A.S.O. und natürlich dicke Fische und Petri Heil!“

Cebbra : „Welche Köder kommen bei Dir in welcher Jahreszeit zum Einsatz?“

Herbert : „Im Sommer fische ich eher kleine Köder. Darunter verstehe ich Längen zwischen 15 und 20 cm. Im Herbst geht es beim Schleppangeln richtig

Cebbra : „Kommen wir von der Rolle zur Schnur. Welchen Schnurtyp setzt Du bevorzugt ein?“

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